Es gibt über eine Milliarde Inder. Und sie scheinen sich dabei abzuwechseln, mich anzurufen. Vielleicht würde es mir helfen, wenn ich ihre Namen verstünde. Aber ich bin ja schon froh, wenn ich zwischen all dem Rauschen in der Leitung und bei diesem Maschinengewehr-Redetempo überhaupt etwas verstehe.
Und es müssen immer wieder andere sein. Denn wieso fangen sie jedes Mal von vorne an? Es ist wie bei diesem Kofferspiel: “Ich mache eine Reise, und in meinen Koffer packe ich einen Regenschirm.” Der nächste sagt: “Ich mache eine Reise, und in meinen Koffer packe ich einen Regenschirm und eine Badehose.” Und so erklären sie das ganze Problem immer und immer wieder, hängen dann am Schluss ein neues Detail an, und ich denke, warum nicht einfach mal unhöflich sein und sagen: “Just tell me what the fuck you want?!”
Aber vielleicht meinen sie, dass ich nicht immer derselbe bin. Wenn ich mir ihre Namen nicht merken kann, können sie sich meinen vielleicht auch nicht merken. Sogar in Bayern habe ich mit dem ja Probleme, wie soll es da erst in Indien sein? Kommunikationsgefälle Husum-München-Bangalore. Willkommen in der Globalisierung.





