Kategorie: Tagebuch

Leopoldstraße, ca. 23.15 Uhr

(Achtung Georg, du musst jetzt ganz tapfer sein.)

Eine Viertelstunde brauchen wir von der Franz-Josef- zur Hohenzollernstraße. Mit knapp 37 könnte ich von gut einem Drittel der Feierenden der Vater sein. Bei den Mädchen habe ich das Gefühl, dass es ihnen egal ist, ob sie gerade Mark Medlock zujubeln oder Schweinsteiger. Feiern zu feiern, wie sie gerade fallen, ist eines der Privilegien der Jugend. Die Zeit der Bedenken kommt schon noch früh genug.

Für ein paar Minuten habe ich dann doch Angst, dass mir jemand um den Arm fällt und Schwarz-Rot-Gold auf die Wange schmiert. Aber dann wird der Pulk schon lichter, und wir biegen ab. Qualitätsbewusst kaufen wir uns noch ein hausgemachtes Eis und gehen dann nach Hause. Das Feiern überlassen wir den Jüngeren.

Gegen Migräne

Ich kann auch anders

Krach! Katharsis!

Achtung, Georg: Undeutlicher Gesang. Und Fippy kennt die sowieso, stimmt’s?

Schlachtgesänge, Teil II

Nun würde ich selbst nicht gerade die Deutschland-Fahne schwenkend durch die Straße zeiehen (die ist ja auch so unfassbar hässlich), aber wenn feiernde Leute das tun, sehe ich nicht gleich das Vierte Reich dräuen.

Trotzdem habe ich mich sehr amüsiert, als ich hörte, dass die Jungs und Mädchen von der Roten Flora während der WM 2006 Boxen aufs Dach gestellt haben und das Sommermärchen auf den Straßen mit diesem Lied beschallten:

Soll keiner sagen, die Linke Szene wäre auf ihre Weise nicht wertekonservativ.

Schlachtgesänge, Teil I

Anscheinend hat es in Brügge angefangen. Aber wie? Irgendein Musik-Nerd, der gleichzeitg auch Fußball-Fan war, grölte irgendwann den Bass-Riff, die anderen stimmten ein, und heutzutage ist es als Melodie ebenso beliebt wie I Will Survive oder Yellow Submarine.

Aber dass das Lied jetzt sogar in Original beim Aufmarsch der EM-Mannschaften gespielt wird, hätten sich die White Stripes wohl auch nicht träumen lassen. Wahrscheinlich hören viele Zuschauer den Riff zum ersten Mal aus erster Hand. Ist von Jack White gespielt ja auch immer noch am besten:

Fahrradweisheiten für München

Jamie “JWZ” Zawinski (einer der Entwickler des allerersten Internet-Browsers übrigens) präsentiert uns in seinem Blog: the collected jwz bicycle wisdom. Als jemand, der fast überall mit dem Fahrrad hinfährt, habe ich mich großartig amüsiert.

Natürlich beziehen sich seine Weisheiten auf San Francisco. In München sieht die Sache dann doch ein bisschen anders aus.

“City bikes” and “road bikes” are designed for some Jetsons-slick hypothetical future city that I’ve never seen.

München ist so eine Stadt aus der Zukunft (hach, wie das die “Tradition und Moderne”-Fraktion freuen wird). Im Gegenteil: Mit Mountain-Bikes durch die Stadt zu fahren ist höchst albern, es sei denn man steht darauf, in gekrümmerte Haltung auf dem Sattel zu sitzen und völlig verdreckt am Ziel anzukommen. (Schon gemerkt? Es regnet ziemlich oft, selbst im weiß-blauen Bayern.) Ich weiß wovon ich rede. Mein Fahrrad hat keine Schutzbleche, und ich hasse mich jeden Tag dafür.

Man kann also getrost ein City-Bike kaufen, Rennrad lieber nicht, aber auch ein Trekking-Fahrrad geht. Mountain-Bikes sind für Berge, verdammt, und selbst da nerven sie.

Your bike will be stolen, so don’t get too attached to it.

Das sind die Vorteile des bayerischen Polizeistaats: München ist extrem sicher. Okay, ich würde mein Fahrrad jetzt auch nicht nächtelang an der Münchner Freiheit stehen lassen, aber im allgemeinen kann man davon ausgehen, dass das Fahrrad noch da ist, wenn man zurückkommt. Nur das Hinterrad haben sie mir mal geklaut, aber mit einem Schnellspanner lädt man die Diebe auch geradezu ein.

Safety: I follow the Zodiac approach: always assume the cars can see you perfectly, and are trying to kill you

Kein schlechter Ansatz. Ich habe mal eine Sendung über einen Trambahnfahrer gesehen, der sagte: “Man muss für alle anderen Verkehrsteilnehmer mitdenken.” Dasselbe gilt für den Fahrradfahrer. Denn merke: Du bist verwundbarer als die Leute in Z3s und Mercedes M-Klasse.

Aber anscheinend hat in Deutschland die Verkehrserziehung gefruchtet. Oder die Autofahrer wissen, dass sie meistens mit dran sind, wenn sie einen Fahradfahrer umnieten, selbst, wenn sie keine Schuld haben. Und so sind die Autofahrer meistens erstaunlich rücksichtsvoll. Viel schlimmer allerdings sind die Fußgänger. Wozu nach links und rechts schauen, wenn man die Straße überquert, man hört doch, was kommt. Nun, einen Porsche Boxter hört man ganz prima, aber nicht mich, wenn ich gerade an der Parklücke vorbeifahre, aus der du gesprungen kommst.

Schlimm ist auch die Zeit von ca. Mai - September. Dann sind nämlich plötzlich gefühlte zehn Mal soviele Fahrradfahrer unterwegs. Und die Schönwetterfahrer sind nicht nur langsam (das wäre ja noch okay, man kann ja überholen), sie sind noch viel unberrechenbarer als Autofahrer und Fußgänger zusammen. Außerdem verstopfen sie die ohnehin knappen Fahradständer.

A propos: Seid nicht so blöd wie ich und kauft euch ein Fahrrad ohne Ständer. Man muss in München Fahrräder nicht unbedingt irgendwo anketten, man kann sie auch einfach nur auf den Ständer stellen und das Rückrad an den Rahmen anschließen.

Zu guter Letzt noch:

The City is only 7 miles across. Nothing is as far away as you think it is.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Auch wenn München größer ist — zumindest innerhalb des Mittleren Rings braucht man nichts Anderes als ein Fahrrad.

Audi, oh Audi

Schröderblaulicht

Stapelaudi

Kyrillische Wochen bei juergenalbertsen.de.

Beim Orthopäden

Orthopäde: Sie sind Informatiker?
Albertsen: Richtig.
O: Da sitzen sie ja den ganzen Tag am Bildschim.
A (ahnt, was kommt): Das schon, aber…
O: Und sie schielen!
A (verwirrt): Das stimmt, aber was…?
O: Dann sitzen sie also am Schreibtisch und schauen auf den Bildschirm.
A: Schon…
O: Und zwar schief!
A: Wieso schief?
O: Na, sie müssen doch ihr Schielen ausgleichen.
A: Aber ich kann trotzdem prima sehen. War grad erst beim Augenarzt.
O (nicht zuhörend): Und wenn sie so schief vorm Bildschirm sitzen, den Kopf gedreht, dann belastet das — die Wirbelsäule! (Springt auf) (Rennt zu einem Plastiksekelett) (Zeigt auf die Augen, dann auf den Hals, dann auf die Wirbelsäule) (Triumphierend:) Sehen Sie?
A: Schon.
O: Dann zeigen Sie mal her, ihren Rücken.
A: Wieso Rücken?
O: Haben Sie keine Rückenschmerzen?
A: Nein.
O (leicht verärgert): Wieso sind Sie dann hier?
A (krempelt das Hosenbein auf): Prellung am Knie.

Snide, sneer, scowl. Verwechsel ich ständig.

Suchmeldung

Ich vermisse meine Sonnenbrille. Sie ist von Esprit, hat zwei Gläser (beide dunkel), zwei Ohrenbügel und hört auf den Namen “Sonnenbrille”. Sie ist sehr zutraulich und setzt sich gerne auf Nasen. Bitte bringt sie mir zurück.

…und natürlich heißt es FUCKING wrist und nicht filthy. Alles andere ergibt ja auch keinen Sinn.

Was Henrike kann, kann ich schon lange. Hier eine Erinnerung an vorgestern Nacht, als ich in meine Jugend katapultiert wurde. War das einzig gute Lied am ganzen Abend, dafür haben sie wenigstens die lange Version gespielt.