(Diese Geschichte habe ich mal innerhalb einer Nacht für einen Wettbewerb geschrieben. Gewonnen hat sie nicht — vielleicht ist eine Nacht dann doch nicht genug. Egal, es hat Spaß gemacht, sie zu schreiben, und vielleicht macht es dem einen oder anderen ja auch Spaß, sie zu lesen.)
Jordi ließ sein Auto zurück, er musste es riskieren. Wenn er Glück hatte, war sein Peugeot sogar den Gitanos zu schäbig.
Er betrat das Haus. Es war erstaunlich ruhig. Um diese Tageszeit waren sie alle schon unterwegs: Am Strand, in den Cafés, auf den Ramblas.
Jordi arbeitete sich von unten nach oben. Kaum eine Wohnung hatte noch Türen, fast überall konnte man direkt hindurchsehen, auf der Ostseite sogar bis zum Meer, das hinter den Fenstern blitzte. Jordi ging einfach in Räume hinein und suchte. Manchmal lag jemand auf den Matratzen oder saß in einem verschlissenen Sessel. Er fragte nach Xavi, aber man zuckte nur mit den Schultern. Ein Wunder, dass ihn überhaupt jemand den Tipp mit diesem Haus gegeben hatte.
Natürlich konnte Xavi schon unterwegs sein. Sich irgendwo am Strand von einer Engländerin oder Deutschen einen Drink ausgeben lassen. Aber eigentlich war es dazu noch zu früh.
Schließlich fand er Xavi ganz oben, in einem Liegestuhl im Schatten auf einem der wenigen Balkone ohne Wäsche.
Man sah Xavi die Kopfschmerzen an. Er wirkte wenig überrascht. “Mein lieber, guter Jordi…”, sagte er. Er trug nur eine Badehose und ließ sehen, was ihn so unwiderstehlich machte. Noch war er jung genug, dass die Nächte keine Spuren hinterließen. “Du hast mich gefunden…”
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Eine Erzählung
Die Wolken waren wiedergekommen, zum Glück. Gestern hatte es schlecht ausgesehen, der Blick frei hinunter zum Hafen und hinauf zum Gipfel. Doch jetzt im Wolkennebel hörte man lange, bevor man etwas sah: Autos vor allem, im zweitem Gang, die sich die Steigung hinauf quälten oder, auf dem Weg nach unten, Angst hatten, in Adrians Haus zu krachen.
Aber es war auch Annas Haus.
Sie saß ihm gegenüber am Küchentisch und hatte den Vertrag zwischen sie gelegt, Blatt neben Blatt. Adrians Blick fiel immer wieder über den Rand seiner Tasse auf die nüchternen Zeilen und auf die drei Linien am Ende der letzten Seite. Auf der linken Linie hatte Anna ihre geschwungene Unterschrift gesetzt. Die anderen beiden Linien waren frei.
Adrian hatte nicht vor, hier zu sein, wenn es soweit war. Er hatte vor, es noch einmal zu versuchen.
Er nahm sie noch ein paar Kekse aus den Dose und stand auf. Annas Blick wich nicht von ihrer Unterschrift. Adrian wollte sich hinabbeugen, um sie zu küssen, aber strich ihr dann nur über das Haar.
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Eine Erzählung
Ich habe ihn berühmt gemacht, ja. Aber bin ich schuld daran, dass er starb?
Lesen Sie. Er schreibt: “Auch sie hat mich abgewiesen”? Abgewiesen: Wann? Damals schon in der Bar oder später, als er bei mir auf den Teppich kotzte?
Über seinen Namen habe ich gelacht, das stimmt. Günther. Fand ich albern. Dabei haben wir uns erst so gut unterhalten, damals in dieser Bar. Ein bisschen überdreht war er, sprach zu laut. Nervös wie ein Schuljunge, aber das fand ich nett, nach all diesen Typen, die immer gleich den Produzenten kennen oder selbst Produzenten sind.
Nach zwei Cocktails wurde Günther richtig witzig. Er brachte mich zum Lachen, das erste mal seit so vielen Monaten. Ich meine: Echtes Lachen, nicht dieses Lachen, das man können muss.
Doch dann kam Ricky.
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