Mal wieder ein paar Bücher…

John Irving: The Hotel New Hampshire

Eines dieser Bücher, bei denen man traurig ist, wenn es vorbei ist. Irving packt soviele Einfälle in ein einzige Kapitel wie andere nicht in ganze Bücher. Dieser Roman ist so voller skurriler Charaktere, seltsamer Wendungen, Humor, Wärme und Tragik, dass man sich noch lange daran erinnert. Nur das Ende hätte vielleicht ein bisschen weniger sentimental sein können…

Bram Stoker: Dracula

Davon kann natürlich nur jeder Schriftsteller träumen: Mit einem einzigen Buch ein ganzes Genre definieren. Man denkt zwar, man kennt die Geschichte, aber beim Lesen merkt man doch, dass man zu sehr von den schlechten Nachahmern versaut ist. Der Roman bleibt spannend, auch wenn er aus heutiger Sicht dann doch ein bisschen arg dick aufträgt. Aber so war das eben damals unter Königin Viktoria.

Leonardo Padura: Adiós Hemingway

Nach dem Havanna-Quartett wollte Padura ja eigentlich den Charakter des Teniente Conde beerdigen. Aber für diese Geschichte hat er ihn dann doch nochmal reaktiviert. Es geht um eine Leiche, die auf Hemingways früherem Anwesen (jetzt Museum) gefunden wurde. Diese Leiche ist vierzig Jahre alt, und bei der Polizei interessiert sich niemand so richtig dafür, also muss Conde ran, der ja eigentlich jetzt Schriftsteller und kein Polizist mehr ist.

Für mich ist dieses Buch das beste aus Paduras Conde-Serie. Es scheint, als täte es Padura gut, aus dem Korsett eines Romanzyklus auszubrechen. Und so setzt er seinem ohnehin genialem Quartett etwas noch Besseres hinterher.

Bret Easton Ellis: Less Than Zero

Ich mag Ellis ja sehr, und dieses Buch habe ich zum ersten Mal gelesen, als es damals rauskam. Das Grauen von American Psycho deutet sich schon an, aber der Schrecken ist hier subtiler. Dass man sich 200 Seiten lang von der Gleichgültigkeit und dem Nichts fesseln lassen kann, zeigt wie gut Ellis schon damals war (gerade mal Anfang zwanzig!). Für mich ist es immer noch sein bestes Buch, denn er verzichtet bis kurz vor Schluss ganz auf Schockeffekte und einen dann nur umso heftiger zu treffen.

Kommentare 4

  1. Sven :

    Dracula von Bram Stocker ist das beste Buch, das ich irgendwann gelesen habe!

    “Mit einem einzigen Buch ein ganzes Genre definieren.”

    Ganz gut gesagt! Völlig einverstanden!

    07 Jan 2009 um 08:18
  2. Oster :

    machen sie doch bitte öfter was auf ihrer blogähnlichen webseite

    03 Feb 2009 um 23:50
  3. anobella :

    *off-topic
    hey, ich war in husum!
    reizend. wirklich sehr nett. ich hab trotz der kälte eine halbe stunde in der schönen kirche gesessen, trotz des sonntags ganz allein. hab richtig die zeit vergessen.

    04 Feb 2009 um 07:57
  4. albertsen :

    Dass ich hier nichts schreibe, ist eine Mischung aus Zeitmangel und Gelübde. Erst wenn ich 150 Seiten meines Romans fertig habe, gestatte ich mir die Ablenkung meines Blogs.

    @anobella: Sei froh, dass du soviel Ruhe in der Kirche hattest. Die Husumer Jugend kann auch anders: http://www.stern.de/panorama/:Husum-Sex-Saufen-Kirche/593411.html

    04 Feb 2009 um 09:26

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