(dt. Wenn der Postmann zweimal klingelt)

Ich will nicht einordnen. Nicht in das Umfeld und in die Epoche schon gar nicht. The Maltese Falcon fand ich unglaublich blöd, andere von Hammet waren auch nicht besser. Da nützt es mir dann wenig, wenn diese Bücher eine ganze Gattung definiert haben, wenn ich heute nur noch über sie lachen kann.
The Postman hätte auch so ein Kandidat sein können. Damals verursachte es Riesenwirbel: Zuviel Sex, zuviel Gewalt. Aus heutiger Sicht ist der Apspekt natürlich harmlos. Jeder Tatort zeigt da schon mehr.
Aber vielleicht ist das besser so. So können wir uns auf das Wesentliche konzentrieren.
Die Story: Die USA in den Dreißigern. Frank Chamber ist ein Vagabund, ein Kleinkrimineller, der einen Job in einem Diner in Kalifornien annimmt. Der gehört Nick, einem griechischen Einwanderer. Frank fühlt sich sofort zu Cora, Nicks Frau, hingezogen, und es dauert nicht lange, da hecken die beiden einen Plan aus: Nick beiseite schaffen, den Diner zu verkaufen und sich mit dem Geld ein schönes Leben zu machen.
Aber so einfach ist das alles natürlich nicht. Die Polizei ist da das geringste Problem. Vielmehr ist die Beziehung zwischen Frank ein ständiges Ringen zwischen Liebe, Sex, Gewalt, Alkohol und Misstrauen. Auf dem ersten Blick erscheint es typisch hard-boiled, wie Cora Frank verfällt, aber dann merken wir, dass auch er nicht von ihr loskommt, dass er von ihr abhängig ist, und das nicht nur wegen des Geldes. Wir beobachten ein Pendel der Macht: Mal schwingt es in Franks Richtung, mal in Coras, aber selten bleibt es in der Mitte stehen.
Es ist ein unglaublich gradliniges Buch. Gute 100 Seiten, Ich-Erzähler, nichts, was nicht unmittelbar zur Geschichte gehört. Und die Dialoge: Knochentrocken, realistisch, brillant. Zu Recht ein Klassiker. Und noch dazu einer, der moderner wirkt als so vieles, was heutzutage auf den Markt kommt.
Dies ist der zweite Teil der Border-Trilogie. Im Prinzip gilt dasselbe, was ich über den ersten Teil (