Mit diesem Buch ist McCarthy endgültig zu einem meiner Lieblingsautoren geworden. Es gehört zusammen mit The Crossing und Cities of the Plains zur Border Trilogy, die vom Leben an der Grenze zwischen den USA und Mexiko erzählt. Wenn einem das jetzt an No Country for Old Men erinntert, so ist das kein Wunder, denn in Stimmung und Thema ist die Trilogie sicher ein Vorläufer von No Country.
Pretty Horses spielt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Texas und handelt von einem sechzehnjähigen Jungen, der nach Mexiko ausreißt, um dort als Cowboy zu arbeiten. Man merkt McCarthy die Liebe zu dem Land an, doch auch wenn eine gewisse Romantik immer mitschwingt, wird das Buch niemals sentimental. Dafür ist McCarthys Erzählstil einfach zu trocken und zu realistisch. Allein schon, dass er zeilenlange Dialoge ausschließlich auf Spanisch schreibt, weil die einfachen Arbeiter in Mexiko nunmal kein Englisch können, zeigt dass er keine Kompromisse macht. (Aber keine Angst, auch ohne Spanischkenntnisse kann man ganz hervorragend folgen.) Dabei geht es bei aller Lakonie um die Sehnsucht nach Abenteuer und Heimat gleichermaßen. Und natürlich um Freundschaft und Liebe.
Ich habe auch die beiden anderen Bände dieser Trilogie hier liegen und freue mich schon sehr darauf.
Kommentare 2
Wenn du so ein McCarthy-Fan bist, mußt du unbedingt “Blood Meridian” und “The Road” lesen; es sind wahrlich apokalyptische Romane.
26 Aug 2008 um 20:04 ¶“The Road” habe ich sogar schon gelesen, und “Blood Meridian” steht unbedingt auf meiner Liste. Aber erst einmal sind die restlichen beiden Bücher der “Border Trilogy” dran.
27 Aug 2008 um 07:37 ¶Neuer Kommentar