Monat: Februar 2008

Jetzt auch umgezogen:

Anarchie & Luxus

Noch reduzierter, noch versponnener, noch vielmehr mit alledem überhaupt nichts zu tun habend.

Ruth Rendell

Nachdem ich von Barbara Vine’s A Dark-Adapted Eye und The House of Stairs so begeistert war, habe ich jetzt auch eines ihrer Bücher unter ihrem richtigen Namen Ruth Rendell gelesen, nämlich End of Tears. Vielleicht mag es ja daran liegen, dass mich der klassische Polizeiermittler-Krimi mittlerweile ein bisschen anödet (zuviel Noir gelesen, wie’s scheint) oder dass Frau Rendell mit den Jahren schlechter wird, aber auch wenn ich mich tapfer durch das Buch hindurchgekämpft habe, hat es mich doch über weite Strecken gelangweilt. Die Charaktere sind zwar alle sehr liebevoll gezeichnet, aber die Handlung ist doch arg konstruiert, und den endlosen Monolog des Inspectors, der uns noch einmal alles erklärt wie weiland Hercule Poirot hätte nun wirklich nicht sein müssen. Ich bleibe bei denen frühen Vine-Büchern.

Burial

4042.jpgVielleicht ist das alles gar nicht wahr, aber die Legende geht so: Keiner kennt seinen Namen. Nur seine Familie und genau fünf andere Leute wissen, dass er Musik macht. Er arbeitet nachts in seiner Wohnung in London, wenn die meisten schlafen und der Rest des Lebens um ihn herumfließt. Manchmal geht er in Clubs, stellt sich ganz nach hinten und hört dem DJ zu, sieht den Tanzenden zu, im Nebel und im flackernden Licht. Wenn er nach Hause geht, allein, hallen die Beats in ihm nach, gebrochene Beats, und diesen Nachhall nimmt er mit nach Hause, vermischt ihn mit dem Geräuschen von klirrenden Schlüsseln, zischenden Projektilen aus Computerspielen, mit Stimmfetzen und Gesang mit einem überirdischen Soul. Was dabei herauskommt, nennen Experten Dubstep, aber so einig sind sie sich nicht, sagen dann, es ist “mehr als das”, aber am besten kann man die Musik empfinden, wenn man sich eine unendliche Stadt vorstellt und eine unendliche Nacht und eine unendliche Fahrt alleine im Bus durch den Regen.