Stellen Sie sich vor, Sie sind Nichtraucher. Sie finden das neue Nichtrauchergesetz wirklich super, vor allem das bayerische, das strengste. Das Essen schmeckt irgendwie besser, wenn am Nebentisch niemand qualmt, und nach einem Kneipenabend brummt zwar wie immer der Schädel, aber wenigstens stinken die Klamotten nicht mehr so.
Stellen Sie sich weiter vor, Sie sitzen an der Bar. Sie trinken mit ihrem besten Kumpel ein Bier und müssen ihn trösten, weil seine Freundin mit dem Chef durchgebrannt ist (”Der weiß, wenigstens, was er vom Leben will!”). Auch ihr Kumpel ist Nichtraucher.
Plötzlich riechen sie was. Kann es sein? Ist das wirklich…? Tasächlich: Jemand raucht. Und das auch noch direkt neben Ihnen. Ein Typ, tief gebeugt über etwas, das aussieht wie Whisky. Er ist allein. Der Qualm steigt Ihnen in die Augen, Sie husten. Sie sind ja nichts mehr gewohnt.
Was tun Sie? Ignorieren sie es (immerhin hat er es anscheinend schon schwer genug)? Versuchen Sie, den Blick des Barmannes zu erhaschen, damit er den Rauchenden bittet, die Zigarette auszumachen? Oder sprechen sie ihn selbst an, auch zu seinem eigenen Schutz, immerhin kann er Ärger kriegen?
Natürlich nicht. Sie zahlen verärgert, lassen das Bier halb getrunken stehen und verlassen fluchtartig das Lokal. Sie verabschieden sich hastig von ihrem Kumpel — soll er doch selber mit seinen Problemen klarkommen, ist ja nicht Ihre Schuld, dass der Abend ruiniert ist — und eilen nach Hause.
Dort gehen Sie ins Internet und tun das, was Ihnen als Deutscher im Blut liegt. Sie rufen eine Ordnungsmacht zu Hilfe. Und Sie tun das mit einem Formular der Pro Rauchfrei e.V., der Lobby für Nichtraucher:
Sie haben hier die Möglichkeit, sich wirksam über Missachtung der neuen Nichtraucherschutzgesetze zu beschweren. Pro Rauchfrei wird Ihr Anliegen gegenüber den zuständigen Behörden vertreten.
In diesem Sinne: Fröhliches Denunzieren!