Monat: Juli 2007

Nicht jeder kommt ins Haifischbecken

Risikokapitalgeber unterscheiden sich kaum von Verlagen. Auch sie erhalten jede Woche unverlangt dutzende Manuskripte. Nur heißen sie bei ihnen Businesspläne und nicht Romane. Schlecht geschrieben sind sie meistens trotzdem — und werden fast alle abgelehnt. Der Unterschied ist: Bei Verlagen kommt eher etwas heraus, an das man sich später noch gerne erinnert.

Das Haus in den Wolken

Eine Erzählung

Die Wolken waren wiedergekommen, zum Glück. Gestern hatte es schlecht ausgesehen, der Blick frei hinunter zum Hafen und hinauf zum Gipfel. Doch jetzt im Wolkennebel hörte man lange, bevor man etwas sah: Autos vor allem, im zweitem Gang, die sich die Steigung hinauf quälten oder, auf dem Weg nach unten, Angst hatten, in Adrians Haus zu krachen.

Aber es war auch Annas Haus.

Sie saß ihm gegenüber am Küchentisch und hatte den Vertrag zwischen sie gelegt, Blatt neben Blatt. Adrians Blick fiel immer wieder über den Rand seiner Tasse auf die nüchternen Zeilen und auf die drei Linien am Ende der letzten Seite. Auf der linken Linie hatte Anna ihre geschwungene Unterschrift gesetzt. Die anderen beiden Linien waren frei.

Adrian hatte nicht vor, hier zu sein, wenn es soweit war. Er hatte vor, es noch einmal zu versuchen.

Er nahm sie noch ein paar Kekse aus den Dose und stand auf. Annas Blick wich nicht von ihrer Unterschrift. Adrian wollte sich hinabbeugen, um sie zu küssen, aber strich ihr dann nur über das Haar.

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Am Rande des Haifischbeckens.