Gestern im Theater 44 gedacht: Warum siehst du dir das nicht öfter an? Keine lästige Werbung wie im Kino, keine Spezialeffekte, keine Nachoesser. Außerdem gefallen dir doch auch in Romanen die Dialoge am besten.
Zudem ist ganz speziell das Theater 44 besonders sympathisch: Seit 1959 von Horst A. Reichel betrieben, der außerdem noch Regie führt, machmal mitspielt — und an der Kasse sitzt. Der Zuschauerraum ähnelt einer Kneipe, ja, es kommt sogar eine Bedienung und bringt dir ein Weißbier. Die Inszenierung ist schnickschnackfrei, aber nicht altbacken, dargebracht von Schauspielern, die von diesem Theater aus nicht selten große Karriere machen. Die Stücke sind gut ausgewählt, viel Dürrenmatt, Max Frisch, diese Richtung. Unterhaltsam, aber nicht boulevardesk, und wenn das Wort nicht so scheußlich wäre, könnte man sagen: Tiefgründig.
Ein Genuss.
Kommentare 8
Jetzt wo sie es sagen werde ich mal reingehen. Geht das auch ohne Vorbestellung?
18 Dez 2006 um 11:49 ¶Ich würde lieber reservieren. Ist ein ziemlich kleines Theater.
18 Dez 2006 um 14:58 ¶was ist denn nachoesser?
18 Dez 2006 um 17:41 ¶und auch ohne vorbestellung ins theater gehen - einfach vorbeischlendern. gucken, was geht.
das muss spontaner werden … dem theater fehlt die spontaneität des laufkundschafternden zuschauers.
Nachoesser: Nacho-Esser. (Okay, Okay, ein Bindestrich wäre wirklich mal ‘ne gute Idee gewesen.)
Klar kann man auch laufkundschaften. Man muss nur darauf gefasst sein, keinen Platz mehr zu kriegen. Aber das Theater 44 liegt günstig: Sind alle Karten weg, geht man halt in die nächste Kneipe und lässt sich volllaufen. Kein Alkohol ist schließlich auch keine Lösung.
18 Dez 2006 um 17:46 ¶genau. die laufkundschafterei könnte das theater retten. eben: statt kino theater. kann schiefgehen oder nicht. MEHR konsumhaltung, weniger feierlichkeit.
19 Dez 2006 um 09:30 ¶Weniger Feierlichkeit? Bin sofort dabei. Mehr Konsumhaltung? Da muss ich immer an Media-Markt-Saturn denken, und die machen mich aggressiv. Wie wär’s schlicht mit: Mehr Spaß?
19 Dez 2006 um 09:58 ¶ich habe ü-ber-spitzt. eine hemmschwelle des theaters ist, dass du immer mitdenken sollst, die abstraktion kapieren, das bühnenbild, die intension des regisseurs etc.pepee. das könnte weniger anstrengend werden, wenn man denkt, ich geh rein und gucke, obs mir was bringt. und wenn nicht geh ich wieder. das meine ich mit konsumhaltung. (natürlich nicht nur. für ein schönes stück kann man auch das GANZE programm fahren - andere leute ansprechen, zusammen gehen, danach essen … )
19 Dez 2006 um 10:31 ¶ich glaube, viele theatermacher würden sich über laufkundschaft freuen. den mediamarktverkäufer, der grad schluss mit der arbeit hat und mal vorbeischaut.
Da ist das Theater 44 genau das richtige! Dort kann man konsumieren nach Herzenslust.
19 Dez 2006 um 11:52 ¶Neuer Kommentar