“Ein Mac? Damit kann man doch nicht ernsthaft arbeiten!” Das ist eine Ansicht, die weit verbreitet ist. Vor allem unter Softwareentwicklern und Leuten, die behaupten, sie machen “Business”. So weit verbreitet, dass Apple sich in Werbespots selbst darüber lustig macht.
Ich war auch nicht frei von dem Vorurteil, obwohl ich es hätte besser wissen müssen. Immerhin habe ich doch schon 1996 mit dem System gerarbeitet, aus dem das MacOS X hervorgegangen ist.
Eine Sache hat mich dann aber doch überrascht.
Eigentlich wollte ich auch auf meinem MacBook Pro programmieren, bin aber zu faul, ihn jeden Tag in die Arbeit mitzuschleppen. Also benutze ich ihn hauptsächlich zu Hause, vor allem zum Schreiben. Und dafür ist er nahezu perfekt.
Woran das liegt? Im Mac eingebaut ist eine Komponente, die von Haus aus schon so viel kann wie eine mittlere Textverarbeitung. Softwareentwickler müssen diese Komponente einfach nur in ihr Produkt einbauen und sich nicht mehr um Funktionen wie Formatierung, Rechtschreibprüfung etc. kümmern. Sie können sich auf Dinge konzentrieren, die ihr Produkt einzigartig machen.
Darum gibt es auf dem Mac erstaunlich viele Programme zum kreativen Schreiben. Sei es Prosa oder Drehbücher. Scrivener ist eines von ihnen und ein erstaunliches Stück Software. Um mich vom Romanschreiben zu drücken, hatte ich mir einmal vorgenommen, selbst ein solches Programm zu entwickeln, aber das ist jetzt überflüssig.
Es gibt Leute, die machen zu Anfang einen Plan ihres Romans, schreiben den runter, korrigieren und kürzen und dann fertig. Andere schreiben erst Kapitel 10, dann Kapitel 3, dann den Schluss und ganz am Ende den Anfang. Ich mache einen Plan zur Hälfte, werde zu ungeduldig, schreibe die ersten Kapitel runter, muss dann wieder zurückgehen, weil ich etwas vergessen habe und hoffe, dass zum Schluss etwas Sinnvolles dabei rauskommt. Dass man dabei leicht die Übersicht verliert, liegt nahe, insbesondere darf man die Romanfiguren nicht vergessen. Dabei habe ich schon im wahren Leben genug Probleme, mir Namen zu merken.
Arbeite ich mit Word oder Konsorten, habe ich entweder ein großes Dokument, in dem ich mich nicht zurechtfinde, oder viele kleinere, in denen ich mich nicht zurechtfinde. Scrivener hingegen fasst alle Dokumente, die zu einem Projekt gehören, unter einer Oberfläche zusammen. Man kann sie in einem Baum organisieren, durchsuchen, kennzeichnen, kategorisieren etc. Und Rechercheergebnisse legt man auch einfach in Scrivener ab, egal ob PDF, Ton, Video oder ganze Internetseiten. Ladet euch die aktuelle Beta herunter und probiert es selbst aus (wenn ihr einen Mac und Interesse habt, heißt das).
Eine Problem gibt es allerdings noch: Jetzt habe ich keine Ausrede mehr, meinen Roman zu Ende zu schreiben.
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→ Aktuelles Beta-Versionen herunterladen
→ Scrivener-Forum
Kommentare 2
Und mit dem Mac kann man danach (mit InDesign oder Quarkxpress) wunderschön die Texte in Form bringen, bevor sie gedruckt werden. Hier in Québec arbeiten sehr viele Autoren und fast alle Verlage mit Mac. Und Literaten sind eben keine Programmierer. Es sind nur die Hobbyprogrammierer, die maulen.
19 Dez 2006 um 13:58 ¶LG
barb
Nicht nur die Hobbyprogrammierer, sondern auch manch sogenannter Profi…
19 Dez 2006 um 14:06 ¶Neuer Kommentar