Ich habe den langweiligsten Job der Welt. Aus Sicht der anderen, nicht aus meiner. In einer Bar am Tresen stehend, in eine nettes Gespräch verwickelt, zucke ich zusammen, wenn die Frage kommt: “Und was machst du so?” Ich zucke nicht nur, weil ich finde, dass man nach der Arbeit nicht über die Arbeit reden sollte, sondern auch, weil nur Softwareentwickler wirklich verstehen können, was Softwareentwickler so machen. Alle anderen erinnern sich an College-Filme und den Nerd mit der Brille, der nie eine Frau abkriegt. Dabei trage ich gar keine Brille.
Immerhin: Dass ich mit dem Internet zu tun habe, reißt es noch ein bisschen raus. Das ist cool, ein bisschen wenigstens, aber auch nicht mehr so wie Ende der Neunziger. Damals fiel den alten Medien zweierlei zum Thema ein: Unfassbar reiche Start-Up-Gründer Mitte zwanzig und — Kinderpornos. Und so waren dann auch die Fragen: “Hast du Aktien?” oder “Macht ihr so Schmuddelkram?”
Heute sage ich immer: “Du kennst doch Amazon? Ich mache die Programme im Hintergrund, die dafür sorgen, dass du dein Buch bekommst und dein Geld loswirst.” Dann wechsle ich das Thema: “Und was machst du so?”
Kommentare 2
Na, aber, also: “Ich schreibe”, sollte doch gerade bei Dir gehen.
06 Dez 2006 um 22:03 ¶(Was ist an Softwareentwickler bitte NICHT spannend?)
“Ich schreibe” ist vielleicht eine gute Antwort auf die Frage “Was machst du so?”, aber nicht auf das, was hinter der Frage steckt: “Womit verdienst du dein Geld?”
Ich finde Softwareentwicklung ja spannend (jedenfalls oft), aber z.B. niemand, der sagt: “Den ganzen Tag vor dem Computer? Also, ich könnte das ja nicht.”
06 Dez 2006 um 22:37 ¶Neuer Kommentar