Monat: Juli 2006

Manchmal ist die Stadt dort am schönsten, wo sie mitten drin in Natur übergeht. Sie lässt dann die Illusion zu, dass man nicht zurückmuss, dieselbe Illusion, die uns eine gute Bar gibt… oder eine jener Reisen.

Und sonst so? Habe ich über all das eigentlich keine Meinung. Ich weiß nur jetzt, dass die Sätze “Ich musste noch mehr über eine Figuren herausfinden” und “Am Ende war alles klar, und ich ging zurück und schrieb Schlüsselpassagen neu” nicht nur leeres Autorengedresche sind.

Jean-Patrick Manchette: Nada

Ich habe ja eine Schwäche für Revolutionsgeschichten (egal ob Orwells Homage to Catalonia oder Petzolds Innere Sicherheit). Vielleicht wegen der Verschwörungsromantik, vielleicht weil ich ja auch ein bisschen hoffe, dass man die Welt mit einem Mal verändern könnte.

Doch da ist dieses Buch eigentlich genau das Falsche.

Es handelt zwar von einer Terroristentruppe — namens Nada —, die sich Anarchisten nennen und den Botschafter Amerikas in Paris entführen wollen, aber es geht nur einem, höchstens zwei von ihnen um die Politik, und noch dazu steigt der theoretische Kopf vorher aus. Dem Rest geht es ums — na klar: Lösegeld. Bei der Entführung sterben ein paar Flics, was niemanden recht kümmert, am allerwenigsten der Polizei. Die hätte sowieso eine Hetzjagd veranstaltet. Und der Kommissar nimmt den Fall zum willkommenen Anlass, mal richtig auf den Putz und den Anarchos in die Fresse zu hauen.

So ist das Buch: Schnell, brutal, zynisch. Und sehr, sehr gut.

So sieht es aus - von außen

Sobald Preis und Veröffentlichungstermin exakt feststehen, wird man es bestellen können — und Frühbucher natürlich billiger. Bleibt dran.

Wenn der Herr dpr bitte aufhören könnte, dauernd Empfehlungen abzugeben (Leonardo Padura, schon wieder?). Es ist doch gerade erst dieses riesige Paket angekommen.

Eigenttlich seltsam, dass wir die Deutschstunde nicht im Deutsch-LK durchgenommen haben. Soviele Romane spielen schließlich nicht in Nordfriesland, und auch Theodor Storm musste schließlich für alles herhalten. Aber vielleicht liegt an dem Irrtum, dass der gnadenlose Blick auf die Menschen einen ganzen Landstrich verurteilt, falsch verstandener Heimatschutz also. Vielleicht — und viel wahrscheinlicher — war das Buch einfach nur zu lang

Ich konnte nicht widerstehen

Ach so, und liebe Tatort-Drehbuchschreiber: Es geht bestimmt, dass man Afrikaner mitspielen lässt, ohne dass diese gleich im vernebelten Wald Rituale mit Sang und Tanz abhalten müssen.

Und ich ertappe mich dabei, wie ich die Artikel über den Angriff auf den Libanon überspringe und lieber zuerst lese, welche Beleidigungen sich Zidane hat gefallen lassen müssen, und schäme mich eigentlich überhaupt nicht.

Neues aus der Computerbuchwelt: Dass eine Däne so amerikanisch schreiben kann…

Es müsste mehr Mäzenen geben, vor allem natürlich für mich, dann würde in meiner Autorenbeschreibung nicht nur stehen “…lebt und arbeitet in München…”, sondern außerdem “…in Sitges, Tirol und Husum a.d. Nordsee.” Freiwillige?

Der Sommer, die Hitze, das ist so einfach, aber es macht trotzdem glücklich.

Wieso ist Oberbayern eigentlich nur so verdammt dicht besiedelt?

Velvet Underground: Eine Band, deren Songs ich als Coverversionen fast pauschal lieber mag als die Originale.

Und wie sich die schreibenden Medien getäuscht haben, und die meisten es doch alles super fanden, gefeiert haben, keine Stadien in die Luft gesprengt wurden, Begeisterung da war und kaum Skepsis wie herbeiphrophezeit bei den Fans, auf die es doch eigentlich ankommt. Und ich gönne es ihnen, den Fans, obwohl mir das Massenjubel- und Flaggezeig-Gen fehlt und ich dann doch lieber mein Sofa-WM-Studion daheim eingerichtet habe, dennoch fiebernd, und nur eines noch über dieses Thema sagen möchte: Liebe Sportfreunde Stiller, ihr seid weder Lightning Seeds noch New Order.