Ich gebe zu, ich bin befangen. Bernhard habe ich in einer Münchner Autorengruppe kennengelernt und über ihn den Kontakt zu den Herausgebern der Klivuskante und letztlich zum Wittaverlag hergestellt, der nicht nur dieses Buch, sondern bald auch einen Erzählband von mir herausbringt. Aber ich meine es ehrlich, wenn ich sage, dass mir Bernhards Geschichten immer sehr gefallen haben. Ich glaube, seine Figuren würden sich mit meinen gut verstehen (und vermutlich das eine oder andere Bier trinken gehen), kämpfen doch auch sie meist außerhalb des Gesellschaftsradars um ihr Überleben. Allerdings sind Bernhards Geschichten mit einer noch größeren Portion Ironie durchsetzt und — ich hoffe, Bernhard verzeiht mir — literarischer. Vom Scheitern handeln sie jedenfalls tatsächlich alle, sei es, dass sich jemand versucht, mit einer Überdosis Augustiner Hell umzubringen, der von Kafka bekannte Ex-Affe seinen letzten Bericht an die Akademie liefert oder ein Unglücklicher in einer feministischen Fickverschwörung wähnt.
Wer jetzt das Buch kaufen will, kann das im übrigen nicht nur im Buchhandel, bei Amazon, Buch.de usw., sondern auch direkt beim Autoren. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Kommentare 3
eine feministische fickverschwoerung…wie das klingt!, zergeht auf der hirnzunge.
es fehlt mir ein, sie sprachen in einer ihrer beitraege ueber die autoren, welche sie in juengen unschuldigen jahren, ihren screibstil heroisiert hatten. nun, dachte ich, wie wuerde ich denn schreiben wollen? wissen sie, manchmal beim lesen, erwischt man sich dabei, die worte, die kommen, die seiten die folgen, bereits zu wissen, zu kennen. es passiert mir bei solchen buechern, dass wenn ich sie vor dem schlafengehen lese, dabei selbstverstaendlich einnicke, doch im schlaf lese ich das buch weiter. komisch.
aber wenn ich ein buch schreiben haette koennen, waere ich gern autor von homo faber. sie sagen schullektruere, zwangsliteratur, kann sein. aber eine fantastische orchestrierung. tolstoy habe ich noch nicht das vergnuegen. ich lese eher dostojewski. er ist fantastisch, aber ein wenig zu spirituell.
dass das hier zu einem literarischen solo ausarten wuerde, konnte ich nicht ahnen (alles timms schuld, er inspiriert). tut mir leid.
kubelick
18 Apr 2006 um 20:59 ¶Was heißt hier solo? Bin ich etwa nicht da?
19 Apr 2006 um 10:04 ¶knock knock
21 Apr 2006 um 19:27 ¶Neuer Kommentar