Ich habe mich gefragt, ob die Amerikaner am Nebentisch und die Japaner vorne an der Tür in den Schelling-Salon kommen, weil dort Franz Josef Strauß als kleiner Bub Bier für seinen Vater geholt hat oder weil es Hilters Stammlokal war, als er in der Maxvorstadt lebte. Wie auch immer: Solche Läden mag ich, und jetzt kann von mir aus jeder rätseln, warum.
Jürgen Albertsen
…erzählte früher mal hier.
Kommentare 13
Das versteh ich sofort! Der Schelling-Salon strahlt eine Proletarierhaftigkeit aus, die vermutlich nur waschechte Nichproletarier schätzen können. (Aber woher das Amerikaner und Japaner wissen, ist mir ein Rätsel.)
10 Apr 2006 um 07:14 ¶Wer ist hier Nichtproletarier? Ich nicht… ¡Obreros a la victoria!
10 Apr 2006 um 11:04 ¶vielleicht steht die empfehlung einfach im reiseführer? wie auch das hofbräuhaus und das »glackenschpiiel«..
10 Apr 2006 um 14:24 ¶Fragt sich nur, unter welchem Stichwort…
10 Apr 2006 um 14:35 ¶»rot«, habe ich noch bekommen. bin schon sehr gespannt.
11 Apr 2006 um 22:51 ¶Oh, das scheint aber ein dickeres Büchlein zu sein. Bitte um Bericht, wenn gelesen.
11 Apr 2006 um 23:41 ¶Bei den Japanern und Amerikaner ist es klar und genau so wie Herr Kubelick es bereits bemerkt hat. Die bestellen im Türkenhof auch immer Kässpätzle, weil in irgendeinem Reiseführer steht, die wären ganz besonders toll. Dabei stellt dieses Gericht keineswegs den Höhepunkt der Kochkunst dieses Lokals dar.
Bei Ihnen, Herr Albertsen, muß ich dagegen wie vermutet rätseln. Vielleicht spielen Sie gerne Billiard und trinken ein Bier dazu. Möglicherweise haben Sie Spaß daran, Bestellungen telephonisch aufzugeben und sich die Wartezeit mit einer Partie Tischtennis zu versüßen. Unter Umständen inspiriert Sie die bunte Mischung aus Japanern, Amerikanern und Münchnern. Mir gefällt der Laden ja, weil er den leicht maroden Charme eines Wiener Caféhauses hat.
12 Apr 2006 um 18:42 ¶Das Morbide? Das Morbide ist in mir.
13 Apr 2006 um 12:50 ¶was wird den marode in einem wiener caféhaus? das toupet des oberkellners, die wischtuecher…
13 Apr 2006 um 21:16 ¶oder gar das versentimentalisierte sissy-spitzen-unterroeckchen?
15 Apr 2006 um 21:59 ¶In dem Augenblick, in dem Spitzenunterröcke morbide sind, ist die Welt nicht mehr zu retten.
15 Apr 2006 um 22:02 ¶verehrter mister albertsen,
es entwickelt sich einiges sehr unerwartet; das schoenste wie auch das zarteste kann auch morbide sein. demokratie, zum beispiel.
(das buch ist ein traum. ich, dem ende nahe, rationiere die worte, die interpuntion, sodass es bis muenchen reicht und ich sogleich weiter lesen kann, irgendwas. warmes. vertrautes. gutes. fuelt sich an, nicht wie siri, ein wenig wie ein guter djian, vielleicht moerder, und krabat, das war auch gut. aus der einfachheit und natuerlichkeit. fuehlt sich an wie saramago aber deutsch, nicht so erbarmungslos emotional, zumindest nicht direkt. ich schreibe…es wird laenger…und sehr lobend…danke.)
18 Apr 2006 um 20:44 ¶Ah, und das bei einem Buch, das ich gar nicht kenne von einem Autoren, von dem ich nur ein Buch gelesen habe… Freut mich.
19 Apr 2006 um 09:37 ¶Neuer Kommentar