Was für ein blödes Buch. Anobella hat ja schon an mehreren Stellen geschrieben, was daran auszusetzen ist: Beschreibungsprosa wie im LK Deutsch. Dialoge, die noch nicht einmal in einer Plastikwelt passend sind. Und Frauenverachtung galore. Na gut, letzteres ist nicht ganz richtig. Eigentlich verachtet der Roman sein gesamtes Personal, einschließlich des unsäglich arroganten und emotionslosen Sam Spade. Und es ist keine gesunde zynische Verachtung, wie man sie ja als denkender Mensch gerne einmal der Welt als solcher entgegenbringt, sondern eine Verachtung aus Ignoranz heraus. Ich habe das Gefühl, Hammet waren seine Figuren egal. Und das ist ja wohl so ziemlich das schlimmste, was man über einen Autoren sagen kann.
Ach, und von der Story wollen wir gar nicht erst anfangen. 100 Seiten sind genug.
(Ist schon wieder nichts geworden mit dem Lob.)
Kommentare 10
ich denke, es war der film mit humphrey bogart, der den malteser falken berühmt gemacht hat. den werde ich mir mal anschauen, wenn es ihn wieder gibt. ich hörte bei seite 61 auf, der liebesszene zwischen spade und brigid. completely overrated. da lese ich lieber edgar wallace, der arbeitet sich erst gar nicht daran ab, nicht oberflächlich sein zu wollen und den leser mit akribischen beschreibungen zu nerven.
er stand auf, nahm, während er den rechten fuß 20 cm vor den linken fuß setzte, den linken ellenbogen zur seite, die hand ging rechts hoch und berührte beide nasenflügel, die sich schnuppernd hochgewölbt hatten im duft des bratens, der auf dem ofen stand, den seine frau schon um vier mit beiden händen vom tisch aufgenommen, herübergetragen, vorsichtig abgestellt hatte und mit salz und pfeffer nachgwürzt hatte, als seine schwiegermutter …(dichtet hammett nach)
10 Mrz 2006 um 07:33 ¶Lest “Rote Ernte” oder “Das große Umlegen” oder, wenns ein perfekt lustiger und dennoch spannender Krimi sein soll, “Der dünne Mann”. Natürlich hat Anobella recht: Der Film wars. Und der hat mir schon nicht so gefallen.
bye
10 Mrz 2006 um 08:00 ¶dpr
anobella hat recht?
10 Mrz 2006 um 08:26 ¶was ist denn in d i c h gefahren?
jerry cotton ist besser als hammett, glaub ich.
*packt jerry cotton für ihr schwrazwaldwochenende ein plus schwarzwaldau
“Der dünne Mann”? Den habe ich gelesen und fand ihn zwar besser als den Falken, aber eigentlich immer noch langweilig. Nichts gegen Alkohol in Romanen, aber dieses besoffen-blasierte Paar ist mir ziemlich auf die Nerven gegangen.
10 Mrz 2006 um 08:42 ¶Beim “dünnen Mann” seh ich halt auch immer den Film - und der war guuuuuut! Mal ernsthaft: Bei Hammett gibts große Qualitätsunterschiede, schon recht. Und die Rezeption erfolgt, siehe SZ-Bibliothek, tatsächlich eher über die Filme als über die Bücher. Literarisch ist “Die rote Ernte” Hammetts absolutes Meisterwerk, so wie es bei Chandler eben nicht “The big sleep” ist, sondern “The long goodbye”. Bei den Filmen ist es gerade andersrum. Und was noir ist, ach, ich weiß ja auch nicht, aber nächste Woche schreib ich was drüber…
Und wer “Lest Hinternet!” als Blogtitel wählt, hat IMMER recht, liebe Frau A. Übrigens sind dieser Smarf und dieser andere Krimiblog immer noch in deiner Linkliste. Das sollte schleunigst geändert werden, von wegen Qualitätsmanagement.
bye
10 Mrz 2006 um 09:33 ¶dpr
Na, das hätte mir auch jemand von euch sagen können, dass ich Dashiell Hammett mit einem L und einem T völlig falsch geschrieben habe.
10 Mrz 2006 um 11:11 ¶Ich werde dir mal zukünftig unseren Korrektor, Herrn Zander, vorbeischicken.
bye
10 Mrz 2006 um 11:22 ¶dpr
Gott sei Dank habe ich “The Big Sleep” und “The Long Goodbye” gelesen, ohne die Filme zu kennen. Wie der blöde Bogart Marlowe verkörpern soll, ist mir schleierhaft. Im übrigen sind beide dieser Chandlers Meisterwerke.
10 Mrz 2006 um 11:26 ¶ich hab’s heut mit Zitaten: [of] “a crassly masculinist mode of writing, as banal in value as it was in vocabulary, came a form that exhibited at once the personal aspirations and the painful limitations of contemporary American manhood”
10 Mrz 2006 um 16:06 ¶aber ihr regt euch nicht richtig auf über diesen klappentext der süddeutschen zum malteser falken, oder? der ist eine frechheit …
13 Mrz 2006 um 18:12 ¶wahrscheinlich haben sie´s von diogenes übernommen, wo das buch aber a u c h nicht hingehört.
Neuer Kommentar