Unlängst berichtete das Krimiblog über den unglücklichen Gebrauch des Wortes Apartheid. Es ging wieder einmal um die Trennung zwischen Kriminal- und “echter” Literatur. Zuerst winkte ich ab: Oft gehört, kann man nicht ernst nehmen, darüber bin ich hinaus. Wirklich? Und warum brauchte ich dann Monate, um mich dazu durchzuringen, das Thema, das in meinem Kopf kreiste, in einen Krimiplot zu packen?
Der innere Snob war Schuld. Wir alle haben ihn, herangezüchtet durch Lektüre, Fernsehen, Meinungsführer, genährt von dem Wunsch, unsere Mitmenschen zu beeindrucken, mindestens aber die Mädchen. Egal, ob wir Prada tragen oder Elbow besser finden als Coldplay, wer nicht zugeben kann, dass er sich manchmal besser, mindestens aber anders fühlen möchte als die anderen, lügt.
Das muss nicht absurd sein, immerhin ensteht manchmal durch das Streben nach Größe Großes. Aber oft ist es absurd, nämlich dann, wenn man anfängt Maßstäbe anzulegen, die nicht die eigenen sind. Und eben das habe ich getan.
Ich lese bei weitem nicht nur Krimis, diese aber sehr gerne. Und sobald ich die fixe Idee verwarf, “echte” Literatur schreiben zu wollen und statt dessen einen Murder Mystery-Roman, entwickelte sich das Konzept wie von selbst. Was jetzt noch fehlt, sind die nächsten Monate mit Zeit und Geduld, um das Buch Wirklichkeit werden zu lassen. Ich nagele mich selbst darauf fest.
Neuer Kommentar