Arbeitsmoral

Jetzt hat sich mein Vorhaben, jedes gelesene Buch zumindest kurz zu besprechen, wieder in Faulheit und dem “Kennt-doch-eh-jeder-schon”-Gefühl aufgelöst. Umso mehr gehört meine Bewunderung Liisa, die es nicht nur schafft, was ich nicht schaffe, sondern für jedes Buch auch immer nur ein paar Tage braucht.

In aller Kürze also eine Auswahl. Zuerst einmal:

What I Loved von Siri Hustvedt: Irgendwie ein Familienroman, ein amerikanischer zudem, der aber nicht vom Einwandern und Erfolgreichwerden handelt, sondern von zwei befreundeten Ehepaaren in der überziviliserten Kunstszene von New York. Die erste Hälfte des Buches beschreibt den Weg zum Glück — die richtige Frau, ein wunderbares Kind, die Verwirklichung in der Kunst —, in der zweiten Hälfte bricht alles zusammen: Tod, Lüge, Trennung. Hustvedt schafft es, den Leser vollkommen für seine Figuren einzunehmen, um den Leser dann umso mehr leiden zu lassen, wenn sie diese Figuren Stück für Stück demontiert. Ganz groß.

Außerdem:

The Spy Who Came in from the Cold von John le Carré. Und natürlich Friedrich Ani. Und Bonjour Tristesse, das mich enttäuscht hat, weil es mir nicht reicht, das eine Siebzehnjährige schon so schreiben kann, aber dann doch nur über die Probleme einer Siebzehnjährigen.

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