Monat: November 2005

Sind Sie…

…Etabliert?
…Postmateriell?
…Moderner Performer?
…Konvervativ?
…Traditionsverwurzelt?
…DDR-Nostalgiker?
…Bürgerliche Mitte?
…Konsum-Materialist?
…Experimentalist?
…Hedonist?

…und dabei…

…Ausleihende Leseratte?
…Wenignutzer?
…Durchschnittsnutzer?
…Kauffreudige Leseratte?
…Regalsteller?
…Buchkaufende Leseratte?

Finden Sie es heraus.

Klauen Sie dem Regionalkrimi das Regional, betrachten Sie einen historischen Krimi ohne den ganzen geschichtlichen Firlefanz. Denken Sie sich bei Schafs-, Hunde-, oder Katzenkrimis das Viehzeug weg oder lesen Sie einen Psychothriller so, als ob Sie noch nie etwas von Psychologie gehört hätten. Was dann da so mickrig, zitternd und fröstelnd in Ihrer Hand liegt ist der Krimiplot, der Kern, die eigentliche Geschichte. Niedlich, gell?

Das Krimiblog über das Buch Berliner Blut von Ulrich Wegerich. Überhaupt ein großeratiges Blog. (Notiz: Ich muss endlich eine Blogroll einrichten)

Public Transport Alphabet: Letters found in the public transport network of Munich.

Politik ist: Immer eine Erklärung parat haben.

Was Astrid Paprotta sich anhören lassen musste:

Jetzt haben Sie Krimis geschrieben, die sind doch alle gut besprochen worden, da können Sie doch auch mal einen Roman schreiben.

Als ich mit siebzehn Horrorkurzgeschichten schrieb, bezogen sich die Mitglieder meiner Familie sicher nicht auf meinen erbärmlichen Versuche, Stephen King zu imitieren, sondern auf die Themenwahl, als sie sagten: “Schreib doch mal was Richtiges!” Das steht noch aus, fürchte ich.

Arbeitsmoral

Jetzt hat sich mein Vorhaben, jedes gelesene Buch zumindest kurz zu besprechen, wieder in Faulheit und dem “Kennt-doch-eh-jeder-schon”-Gefühl aufgelöst. Umso mehr gehört meine Bewunderung Liisa, die es nicht nur schafft, was ich nicht schaffe, sondern für jedes Buch auch immer nur ein paar Tage braucht.

In aller Kürze also eine Auswahl. Zuerst einmal:

What I Loved von Siri Hustvedt: Irgendwie ein Familienroman, ein amerikanischer zudem, der aber nicht vom Einwandern und Erfolgreichwerden handelt, sondern von zwei befreundeten Ehepaaren in der überziviliserten Kunstszene von New York. Die erste Hälfte des Buches beschreibt den Weg zum Glück — die richtige Frau, ein wunderbares Kind, die Verwirklichung in der Kunst —, in der zweiten Hälfte bricht alles zusammen: Tod, Lüge, Trennung. Hustvedt schafft es, den Leser vollkommen für seine Figuren einzunehmen, um den Leser dann umso mehr leiden zu lassen, wenn sie diese Figuren Stück für Stück demontiert. Ganz groß.

Außerdem:

The Spy Who Came in from the Cold von John le Carré. Und natürlich Friedrich Ani. Und Bonjour Tristesse, das mich enttäuscht hat, weil es mir nicht reicht, das eine Siebzehnjährige schon so schreiben kann, aber dann doch nur über die Probleme einer Siebzehnjährigen.

“So I guess this is your song”

Wenn die Editors in eure Stadt kommen, geht hin! Und lasst euch nichts erzählen von Interpol und Joy Division. Ich bin selten so energetisch und mit so schönem Pathos gerockt worden wie am Freitag. Die Band hat keine Angst vor der ganz großen Geste. Egal, ob sie euch an die Wand spielt oder zu Tränen rührt: Sie meint es ernst (auch in Städten, die nicht Munich heißen).

Huch, ich habe ja immer noch ein Weblog. Hatte ich ganz vergessen.

Kneipendialog

Gast: “Cooles 50er-Jahre-Design.”
Bedienung: “Wieso? Das ist doch Berlin-Style.”

Wenn man in den letzten Tagen so Zeitung liest oder Nachrichten sieht, denkt man: Mit Gemütlichkeit wäre das nicht passiert.

Gibt es bessere Songs über den Teufelskreis Liebe-Sex-Eifersucht-Alkohol als die von Arab Strap?

The Last Romance ist jetzt da.