Saunders beschreibt in seinen Erzählungen ein Amerika, das nur ein, zwei Schritte von dem heutigen entfernt ist: Die als Teamgeist verkleidete Aufforderung zur Denunzierung von Kollegen; Reality-Shows, die sogar das Was-wäre-wenn ausbeuten; Verzweifelte, die Nachschulungen für Verkehrssünder als letzte Möglichkeit sehen, Frauen kennenzulernen. Das alles ist in einer Sprache vorgetragen, die zeigt, wie sehr wir alle schon vor den kommerziellen Weiter-so-Parolen kapituliert haben. Manchmal hätte es den Geschichten gutgetan, sich kürzer zu fassen, und manche Pointen wiederholen sich in ihrem Aufbau, aber alles in allem: Großartiges Buch, das einem kopfschüttelnd zum Lachen bringt.
(Danke übrigens an Anke Gröner für den Hinweis. Und: Nein, ich sage nicht “Danke, Anke”. Sie kann es sicher nicht mehr hören.)
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