Das sagt sich so leicht: “Dann musst du dich engagieren.” Alles ist schon mal da gewesen und gescheitert. Träge ist man sowieso, will nur in Ruhe gelassen werden. Das ist keine Politkverdrossenheit, sondern Politikekel. Man liest mit demselben Gefühl die Zeitung wie man mit dreizehn Horrorfilme sah: Es gefällt einem nicht, es widert einem an, aber doch muss man da durch. Man nimmt ja gern für sich in Anspruch, dass man Bescheid weiß, aber was nützt einem das, wenn man auch keine Alternative weiß. “Das Wort hat jetzt der Souverän, das Volk.” Man will ja nicht alles mit Ironie kontern, aber lachen muss man da schon. Man geht zur Wahl wie man früher in den Krieg zog: Aus Bürgerpflicht.

[Und man versteckt sich hinter dem Wort "man", weil man das Gefühl hat: So bist du weniger allein.]

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