Schönes Büchlein über den Zusammenhang zwischen Liebe und Eitelkeit. Der preußische Offizier Erich von Lhomond kehrt nach dem ersten Weltkrieg in das Baltikum zurück, mitten hinein in den Bürgerkrieg und die Russische Revolution. Er trifft einen alten Jugendfreund wieder, Konrad, der mit seiner Schwester Sophie und einem Haufen gestrandeter Soldaten in einem verfallen Schloss lebt. Sophie verliebt sich in Erich, doch der kann oder will die Liebe nicht erwidern, ist aber auch zu eitel, um Sophies Avancen an sich vorüber gehen zu lassen. Er spielt mit ihr, was für beide fatale Folgen hat: Für sie, weil sie sich aus Trotz in Abenteuer stürzt, und für ihn, weil sein Spiel in ihm Gefühle weckt, die er nicht wahrhaben will. Das Ganze ist unpathetisch erzählt, wenn auch manchmal zu aphorismen- und metapherngeschwängert. Und leider konnte die Autorin das Buch nicht für sich stehen lassen, sondern musste noch eine Deutungshilfe in Form eines Nachworts nachschieben. (Für die literaturtheoretische und kunstgeschichtliche Deutung dieses Buchs siehe auch die Rezension der SZ).
Jürgen Albertsen
…erzählte früher mal hier.
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