Typischer “später” Nick Hornby. Etwas vertrackter als High Fidelity oder About a Boy, im gewissen Sinne sogar ernster. Es geht um vier Selbstmordkandidaten, die einander über den Weg laufen, als sie sich alle zu Silvester vom selben Hochhaus in London stürzen wollen: Die Mittfünfzigerin mit dem behinderten Kind; der Ex-Frühstücksfernsehenmoderator, der wegen einer Affäre mit einer Fünfzehnjährigen seine Karriere vermurkst hat; die ausgeflippte Tochter eines Ministers und der Ami, dessen Laufbahn als Rockmusiker vorbei ist, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat (dabei, hey, hat der REM-Manager ihnen mal ein Angebot gemacht!). Wir folgen den vieren, wie sie sich gegenseitig beschimpfen, aber sich trotzdem immer wieder irgendwie gegenseitig davon abhalten, doch noch vom Dach zu springen. Jeder versucht, auf seine Weise sein Leben wieder auf die Reihe zu bringen — mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Das Buch ist aus wechselnder Ich-Perspektive geschrieben, meistens gelungen, nur manchmal fällt es einem schwer, die Stimmen auseinander zu halten. Es ist solide Nick-Hornby-Kost, besser als About a Boy, aber natürlich nicht so gut wie High Fidelity. Wie schon bei How To Be Good gibt es kein alles erschlagendes Happy End, aber zumindest die Hoffnung ist zum Schluss wiederhergestellt.
Jürgen Albertsen
…erzählte früher mal hier.
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