Monat: Mai 2005

SZaW: Das hafenlose München hatten wir…
Lemke: …München ist immer noch sexy, natürlich, aber ich hab’ die Stadt jetzt 40 Jahre lang abgefilmt, da geht nichts mehr. Die Frauen in München sind natürlich immer noch absolut hochgefährlich.
SZaW: Inwiefern?
Lemke: Sie sind schön. Sie sind Risikomaterial. Und sie sind im Streubesitz.
SZaW: Was ist mit Berlin?
Lemke: Berlin?
SZaW: Ja, schon davon gehört? Die Hauptstadt.
Lemke: Berlin ist gar nichts. Neowilhelminischer Unsinn. Eine Steinwüste. Was für verwirrte Söhne, verspannte Töchter.

Klaus Lemke: Exakt seit letzten Sonntag finde ich Deutschland nicht mehr uncool.

Noch nie etwas von dem Mann gehört. Aber das Interview ist groß. Sehr groß. (Und ja: Ich lese die SZ immer nur am Wochenende).

Ganz hervorragend: ISO 800, via Peter Praschl.

Wieder da.

Wenn man nicht so unendlich müde wäre, könnte man sich darüber aufregen, dass Leute die CDU wählen, denen Hartz IV zu kalt ist.

Jetzt ist Stoiber in Zugzwang. Jetzt kann er bald das Sudetenland zurückfordern.

Noch der Entschleunigung muss als nächstes die Entironisierung kommen. Es gibt vor lauter Zitieren ja bald nichts Zitiertes mehr.

Frau Nanunana aus dem Mädchenzimmer hat durch mich das Bloggen entdeckt. Das freut mich, finde ich ihr Blog doch ganz wunderbar.

Und es trifft sich ganz gut, dass ich mein Blog wieder eröffnet habe, denn sie gibt ein paar Fragen mich weiter.

You’re stuck inside fahrenheit 451, which book do you want to be?

Ich musste erst einmal bei den anderen Blogs spicken, habe ich das Buch doch vor Urzeiten gelesen und schon wieder komplett vergessen. Mit einem solchen Gedächtnis ist es natürlich auch schwer, ein Buch auswendig zu lernen, und darum würde ich etwas Unterhaltsames und Humanes nehmen: Wiedersehen in Howards End von E.M. Forster zum Beispiel.

Have you ever had a crush on a fictional character?

Nein, nie. Noch nicht einmal Pipi Langstrumpf. Ganz schön unromantisch, oder?

The last book you bought is

Ein Dreierpack:

Die Liebe in den Zeiten der Cholera von Gabriel García Márquez
Das Geisterhaus von Isabel Allende
Von Liebe und Schatten von Isabel Allende

Alles zusammen für weniger als acht Euro bei eBay.

Der Grund: Nach zehn Jahren in meinem Regal habe ich endlich Hundert Jahre Einsamkeit gelesen und fand es ganz großartig. Da musste nicht nur mehr von García Márquez haben, sondern auch gleich noch Das Geisterhaus, das mich schon immer interessierte. Das dritte Buch war dann Dreingabe.

The last book you read

Der Magier von W. Somerset Maugham aus der SZ-Bibliothek. Ich besitze alle Bände der SZ-Bibliothek und lese die einzelnen Bände in völlig willkürlicher Reihenfolge. Das hier war aber eher ein Reinfall: Leicht schwülstiger, ausufernder Kitsch aus der vorletzten Jahrhundertwende.

What are you currently reading?

“Du bist nicht so wie andre Mütter” von Angelika Schrobsdorff, ein Geschenk meiner Freundin zum Dia del San Jordi, dem St.-Georgs-Tag, dem Tag des Buches und der Rose in Katalonien. Bis jetzt (zur Hälfte) ist das Buch grandios. Es ist die Biografie der Mutter der Autorin, einer lebenslustigen Jüdin, die sich bis zur Katastrophe des Dritten Reiches alles vom Leben nimmt, was sie will, dann aber ins Exil getrieben wird.

Five books you would take to a desert island

Etwas, das lange vorhält: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit von Marcel Proust, Die Kafka-Gesamtausgabe.

Etwas, das ich immer wieder lesen kann: Fräulein Smillas Gespür für Schnee von Peter Høeg, The Dancer Upstairs von Nicholas Shakespeare.

Und natürlich einen Block zum Selberschreiben.

An dieser Stelle bricht leider die Kette dieses Fragebogen ab, weil ich bei den meisten, bei denen es mich wirklich interessieren würde, die Antworten schon gelesen habe, und bei den anderen Angst habe, hiermit auf die Nerven zu gehen (ja, ja, die Neurosen). Aber vielleicht fühlt sich jemand angesprochen…?

Dachau, Schlossgarten

Schlossgarten

Das bayerische Bier ist zwar lecker, aber die Rezeptur so alt, dass die letzten Jahrhunderte der Verträglichkeitsverbesserung an ihm vorübergegangen sind. Merke: Nach vier Halben sollte Schluss sein.

Viva Bavaria

Bavaria Büsten

Der lange Weg des Jazz von den New Yorker Bars in die Biergärten Münchens. Was würden die Musiker und Partygänger von einst denken, wenn sie die älteren Herren heute in der Hirschau swingen sähen? [Wobei diese älteren Herren hochsympathisch sind, wie sie zwischen all dem Grün, den Picknickern und Biergemütlichen ihrem Hobby nachgehen und hinterher noch bei einer oder zwei Maß plaudern, vielleicht über ihre Jugend, über ihre Träume damals (New York!), vielleicht über ihre Enkel, vielleicht auch einfach nur über Fußball.]

Von wegen digital ist besser.

Mir geht die Diskussion über die Krise (Eigenverantwortung, Heuschrecken, you name it) ja viel mehr auf die Nerven als alle Dokumentationen und Filme über das Dritte Reich zusammen, die so viele nicht mehr sehen können.

Sitges, Museu Maricel

Museu Maricel

Barcelona, Strand

Strand