Monat: März 2004

Versteckspiel mit der dritten Person.

Dieses wunderbare Gefühl, zum ersten Mal der Konversation in Spanisch folgen zu können. Auch wenn das Kneipenbier behilflich ist.

Traum. Kollege I kommt in mein Behördenbüro und sagt: “George W. Bush will uns sehen.” Ich nicke und folge ihm. Wir steigen betongraue Treppenfluchten hinab und eilen hallenden Schrittes durch Linoleumflure. Dann wieder Treppen. Stufen um Stufen führen nach unten. Auf einer schließlich sitzt Kollege P und weint. Wir beugen uns zu ihm hinunter, hilflos, ist doch der Alltag eigentlich gefühlsentkeimt. Kollege P steht auf und schlingt seine Arme um Kollege I. Schnitt. Wir stehen vor meinem Elternhaus in Schobüll. Kollege P sagt: “Ach, lassen wir das.” Dann wache ich auf.

Es ist kein Klischee, es geht wirklich immer um Blicke. Er denkt: Ein bisschen zu jung ist sie, vielleicht. Und die roten Spuren am Handgelenk. Kratzer? Nervosität? Aber dann ist er der einzige, den sie fragt, wenn sie etwas nicht versteht. Und hinterher bleibt sie mit ihm so lange im Raum, bis er sich angezogen hat. Fragen nach dem Urlaub. Gemeinsam die Treppe herunter und auf festem Schnee vor der Tür stehenbleiben. Fragen nach der Arbeit. Während sie sprechen, schaltet er sein Handy an. “Na denn…”, sagt er schließlich. Doch als sie fortgeht, blickt er ihr noch lange nach.

Zur Beschreibung von Ausfallsicherheit gibt es einen Begriff: Mean Time Between Failures. Einen ähnlichen Begriff bräuchte man für The Latest and Greatest on the Internet. Nach welcher Zeit fangen die Beteiligten an, sich nur noch mit sich selbst und ihrem Medium zu beschäftigen: Was darf sein, was nicht? Muss jeder den Identitätstest bestehen? Die Wellen schlagen am höchsten, wenn es um die eigenen Reihen geht. Warum? Weil jeder betroffen ist? Oder weil sonst nichts passiert im Leben? So wie auch hier?

Die nächste ungeschriebene Geschichte ist immer die beste.

Alles Klischeeerfüllungsmaschinen. Alles.

stimmt schon, kleinschreibung ist ästhetischer. nur die buchstaben j,p,q und y dengeln nach unten.

Es wäre ja vielleicht noch okay, wenn die neue deutsche Selbstverständlichkeit bedeuten würde, dass man den ganzen Nationalzugehörigkeitsdiskussionszwang vergessen kann. Was ist damit, einfach ein Mensch zu sein, dessen Muttersprache zufällig Deutsch ist? Logisch, dass man schlecht stolz auf etwas sein kann, das man gar nicht selbst vollbracht hat. Aber das Nichtthematisieren zum Thema zu machen eignet sich schlecht für eine Bewegung. Und am Ende kleidet sich jemand für Fotoshootings in Schwarz-Rot-Gold und bewirbt sich für den Grandprix. Aber was weiß ich denn? Ich gehe ins Bett.

“Politisch ‘rumfummeln”

Auf jedem Konzert gibt es einen wie ihn: So lange die Bühne leer ist, lehnt er sich an die Wand. Trotz warmer Körperluft trägt er immer noch seine Jacke, die Hände tief in den Taschen. Ohrenbedeckende Egal-Frisur und bartbestoppeltes Doppelkinn. Später, wenn es losgeht, stellt er sich klanglich optimal: neben das Mischpult. Jacke und Taschenhände unverändert. Er wiegt sich, die Augen geschlossen oder bühnenwärts zur Sängerin gerichtet. Er lässt sich nicht ablenken von den schirmbemützten Kerlen hinter ihm und ihrer Fußballdiskussion. So ein großes Genießerherz. Solch eine Klanghingabe. Die Frau neben ihn wird ihn nicht ansprechen. Täte sie es, würde er sie so lieben wie die Musik.

Außerdem bezaubernd

Prager Frühling München

Bezaubernd

Ai Phoenix

What’s preventing you from being happy?
I don’t know. I think it’s something to do with the hormones. I haven’t a clue.
Your neuroses, perhaps?
Give me a chance to answer the question!! Good heavens, that’s the first time I’ve shouted since 1976. Now I’ve forgotten the question.
What’s stopping you from being happy?
I’ve been in every conceivable situation in human existence -
Sorrow’s Native Son

“Jahrelang hat Maren, die dunkelbraune Haare hat und warme Augen, ob morgens auf dem Weg in die Universität oder abends beim Ausgehen: nur und ausschließlich Turnschuhe getragen. Hohe Absätze können beim Weglaufen sehr behindern”

Eine ganz normale Geschichte