Es geht los

Es geht los. Du sagst: “Es geht los.” Ich gehe zum Fenster, du bist dicht hinter mir, du hast geduscht, ich rieche das. Ich schiebe die Vorhänge zur Seite. Kein Auto fährt auf der Straße, die Straße ist voller Menschen. Die Menschen strömen, sie strömen herunter zum Platz. Die Gesichter: Die meisten lachen, einige kneifen Augen und Lippen zusammen, besorgte Blicke nur hier und da. Manche tragen Waffen, aber keiner schießt. Die Menge ist fast lautlos, das Skandieren kommt wohl erst später, unten auf dem Platz.
“Gehen wir”, sagst du. “Zum Platz. Ich will wissen, was sie sagen.”
“Ja”, sage ich. Wärest du nicht, ich würde mich ins Bett legen und das Kissen über die Ohren ziehen.
Wir stolpern die Treppe hinunter, keiner begegnet uns. Sie sind wohl schon alle draußen, auf dem Platz oder im Bett im mit einem Kissen über den Ohren. Durch die Tür ins Freie. Zwischen uns und der Menge sind die parkenden Autos, nur ein paar Leute eilen auf dem engen Bürgersteig an uns vorbei.
“Komm”, sagte du und fässt mich an der Hand und ziehst mich mit.
Die Menge wird schon dünner. Die meisten sind schon unten am Platz. Viel zu viele sind wir, wir werden in den Zufahrtstraßen stehen müssen, der Platz ist zu klein. Die Menge ingoriert uns, aber das ist in Ordnung: Wir alle wollen keine Individuen mehr sein. Nur die Sache zählt, die Sache, der du entgegenlächelst, die Sache, die mir Angst macht. Und doch bin ich hier unten, zwischen den Menschen, die jederzeit schießen können und die sich so freuen, und ich bin so stolz, dass du mich festhälst, jetzt, wo alles anfängt, und du sagst: “Es geht los, endlich geht es los.”

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